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Mein erster Tag auf Skier

Keine Angst vor dem Abgrund

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich kann nicht wirklich Skifahren und die letzten zehn Jahre war mir das auch herzlich egal. Als Kind haben mich meine Eltern in einen Skikurs gesteckt mit dem Ergebnis, dass ich mit voller Wucht gegen einen Baum gefahren bin und den Rest des Winters hüftabwärts eingegipst war. Kurz gesagt, als besonders talentiert würde ich mich nicht beschreiben... Und dann kam er, Stefan, meine große Liebe. Und der ist megasportlich!!! Es war also klar, dass ich über kurz oder lang in den sauren Apfel beißen muss und meine Angst überwinden muss. Ich will ja nicht jedes Winter-Wochenende alleine zuhause bleiben in Bayern, während er mit seinen Freunden in die Berge fährt...

Gesagt getan. Nach drei Stunden Fahrzeit kam ich also reichlich nervös aber voller Tatendrang in Hochfügen an. Die Ski und passende Schuhe habe ich mir erst mal bei einem der örtlichen Verleihe ausgeliehen, Kostenpunkt 40€. Und dann ging‘s los... Erste Herausforderung: wie komm ich mit diesen klobigen Schuhen in die Ski und wie schaffe ich es dass sich diese doofen Dinger nicht ständig überschneiden... Oh Mann! Allein der Weg bis zum Lift war schon eine Herausforderung! Damit es nicht zu einfach wird sind wir dann gleich mal mit der 8er Gondelbahn hochgefahren. Nix da Kindergarten-Schlepplift... Je höher wir kamen um so mulmiger wurde mir. Ich dacht nur: „Warum tue ich mir das an. Vielleicht wäre ein Skikurs doch gar keine so doofe Idee gewesen!“
Zu spät. Oben angekommen haben wir uns dann kurz orientiert wo die blauen Pisten entlangführen, davon gibt‘s in Hochfügen Gott sei Dank einige (fast 29km). Die nächste Stunde bestand aus Kurvenübungen und Bremsen. Ich sag nur: Pizza und Pommes... Das Wetter war neblig und es hat geschneit, deshalb war zum Glück auch nicht allzuviel los. Also gurkte ich im Schneckentempo und in grooooooßen Schwüngen hinter meinen Liebsten her ins Tal und siehe da: anscheinend verlernt man Skifahren wirklich nicht gänzlich. Nach kurzer Eingewöhnungszeit hatte ich zumindest das Gefühl, dass ich halbwegs sicher auf meinen Ski stehe und ehrlich gesagt, hatte ich einen Heidenspaß! Stefan hat mir wirklich alles Stundenlang mit einer Engelsgeduld erklärt und vorgemacht! So toll!

Mittags sind wir kurz eingekehrt, es gab Tiroler Gröstl (sehr üppig und wirklich lecker)! Ab da kam auch endlich die Sonne ein wenig raus und der Himmel wurde immer blauer. Stefan hat mich am Nachmittag selbstständig fahren lassen und ist ein paar Mal durch die Funline und den Canyon gebrettert. Mit jeder Abfahrt hatte ich mehr Spaß und die Backen taten mir weh vom ständigen Grinsen (vielleicht sind sie mir auch etwas eingefroren)... Hier musste ich allerdings auch feststellen, dass schneller auch mehr Spaß macht aber Kontrolle dann eher Glücksache ist... Aber ich glaube, ein paar Stürze gehören am Anfang dazu und außer einem blauen Knie ist nichts wirklich passiert. Die Angst war auf jeden Fall verflogen und ich kann mir sehr gut vorstellen bald wieder Ski zu fahren. Ich werde mir allerdings dann für ein paar Stunden einen professionellen Skilehrer gönnen, damit ich die Technik richtig lerne. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Fotos & Text: Sabrina von dailystyles.de

Erstellt von Bergsport 360
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