Philipp beim golfen
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Golfen im Zillertal

Ein Schlag in den See ist Gottes Wille, aber ein Hole-in-One wäre mein Verdienst. Seit meiner Golf- Kennenlernstunde in Uderns weiß ich: Golfen ist wunderschön und anspruchsvoll – die beste Auszeit vom Diktat des Alltags.


„Es gibt natürlich mehr Dinge im Leben, als einen Birdie zu spielen, aber nicht viele“, schwärmt Peter Rzehak, Direktor im Golfclub Zillertal in Uderns, augenzwinkernd über das Golfen. Ich treffe ihn im Foyer des Hauses. Er sieht mein fragendes Gesicht. „Wer einen Birdie spielt, ist einen Schlag unter Par. Par ist die Anzahl an Schlägen, die für ein Loch festgelegt wird.“ Mit dem sofortigen Aufstieg in den Golfer-Himmel rechne ich sowieso nicht. Eigentlich bin ich gerade skeptisch, ob mir Golfen Spaß macht und Sport im eigentlichen Sinne ist – Fischen schimpft sich komischerweise auch Sport. Meine ersten Assoziationen für das Geschehen am Green Field (Golf-Rasen) sind ältere Semester; kräftigere Herren und adrett gekleidete Damen. Bei meiner historisch ersten Golfstunde im Zillertal merke ich schnell, wie weit daneben ich liege: So weit wie mein Ball, den ich später noch im See versenken werde.

Golfplatz Uderns
Golfplatz Uderns See

Der Golflehrer

Golfclub-Direktor Peter übergibt mich in die sorgsamen Hände von David Bright, einer der beiden Pros (Golflehrer) am Platz. „Hallo Vil, dein Outfit passt schon mal“, reicht er mir lächelnd seine Hand und blickt auch meine karierte Hose im Schottenkaro. Der Londoner ist wegen der Liebe im Zillertal hängen geblieben – stilechter geht es nicht: Eine Golfstunde mit einem Briten. Marvellous! David drückt mir und dem Ehepaar aus Deutschland, die mit mir eine Golf-Kennenlernstunde gebucht haben, einen Schläger in die Hand, zeigt uns, wie wir ihn halten sollen und demonstriert ein paar elegante Teeshots (Abschläge). Der Mund steht uns offen, als er einen Ball über 300 Meter aufs andere Spielfeld schießt.

Die Technik: Immer alles richtig machen

Mit englischer Präzision und Gelassenheit trifft David Ball für Ball, ein Schweizer Uhrwerk schlägt nicht so genau. „Beim Golfen musst du immer alles richtig machen“, erklärt er. „Die perfekt ausgeführte Technik bedingt den perfekten Schlag, nicht Kraft.“ Ich halte inne. Ein vertrautes Gefühl schleicht sich von hinten an, welches ich aus meiner Jugend als Jodo-Sportler kenne. Gänsehaut überfällt mich. Plötzlich ist alles wieder da: Erinnerungen an den ungebrochenen Willen zur Perfektion des einen Wurfes, der durch endlose Wiederholung bis zum Exzess trainiert wird. Das Ziel ist der absolute Sollzustand einer Technik, die es jederzeit abzurufen zu gilt; im Training und unter Stress im Wettkampf. So auch beim Abschlag, den uns David auf der Driving Range (Übungswiese) akribisch wie folgt erklärt: „Die Schlagfläche zum Ball muss immer gerade sein. Der Schläger muss sich beim Schwung in der richtigen Ebene befinden, die von Körperdrehung, Handgelenkwinkel, Unterarmrotation und Armschwung beeinflusst wird.“ Das Timing entscheide außerdem, speziell das Beugen der Handgelenke im zweiten Drittel des Abschwungs. Abweichungen werden nicht toleriert. „Off you go!“, motiviert uns David und lässt uns üben.

Das Erfolgserlebnis

Bei den ersten Schlägen geht noch viel Gras mit. Die wenigsten Bälle fliegen weit, noch weniger in die gewünschte Richtung. Gut, dass jeder 200 Bälle hat. Gewissenhaft korrigiert mich David: „Stell dich weiter vom Ball weg“, rät er mir. „Nicht zu fest schlagen, sondern mit mehr Gefühl.“ 100 Schläge vergehen, ein Ball folgt dem anderen, Schweißtropfen rinnen von meiner Stirn. Die zwei Mitspieler schmunzeln schon, haben aber auch Spaß daran: Der Spieltrieb wohnt eben in Mann, Frau, Alt und Jung. Ich verfehle immer wieder einen Ball. Ehrgeiz zieht auf. Es wird ernst – bitterernst. „Concentration Vil!“, donnert David. „Tu, was ich dir gesagt habe.“ Ich nicke, lege 7 Bälle in einer Reihe auf, atme tief ein, gehe in mich und schlage jeden Ball gelassen in hohen Bogen weit hinaus. „Exzellent!!!“, ist David entzückt. „So müsst ihr schlagen!“, setze ich ein Statement, wohl wissend, dass ich Glück hatte. Ein wenig Selbstlob darf manchmal sein…

 

Der britische Golflehrer
Golfunterricht in Uderns

Gottes Wille und mein Verdienst

Wir sind ein wenig eingespielt und kommen nun zum Putten und Chippen: Putten ist das Spiel am Green, so heißt das sehr kurz geschnittene Gras vor dem Loch mit Fahne. Chippen nennt man die letzten Annäherungsschläge vor dem Green. Es geht nun ans Eingemachte und mein erster Schlag ist gleich ein Treffer: Mitten in den See. Applaus und schallendes Gelächter folgen meinem Fauxpas. „Den musst du jetzt wieder aus dem Wasser bringen“, zerkugelt sich David. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen, ziehe meine Schuhe aus, kremple meine Hose rauf uns stelle mich auf die Steine ins Wasser. Ob ich den Ball wieder herausbekommen habe, ist eine andere Geschichte, die hier nicht weitergeschrieben wird. Der Schlag in den See war jedenfalls mein Verdienst, von einem Hole-in-One und dem Willen Gottes war ich weit entfernt. Egal! Schließlich ist Golfen die zweitschwerste Sportart nach Stabhochsprung.

Den Alltag beiseite schlagen

Meine erste und sicher nicht letzte Golf-Stunde hat eingeschlagen: Plötzlich stand mitten im
Abenteuer und durfte einen berührenden Trip in meine Jugend erleben. Nie erahnt hätte ich die Parallelen von Golf und Kampfsport, aber sie sind da: Wiederholung, Präzision, Technik und Konzentration; allerdings in der Natur des Zillertals statt in einer Sporthalle.

„Als Golfer bist du immer bei der Sache, stets im Hier und jetzt“, schwärmt David bei einem Gläschen an der Bar in der Nachmittagssonne. „There's nowhere else to be and nothing else to do.“ Wer nämlich nicht bei der Sache ist, macht Fehler und hat keinen Spaß daran. Fokus ist der Kern des Golfsports, der einen in eine Welt voller Ruhe und Entspannung entführt. Golfen ist die perfekt geregelte Harmonie, mit der ihr den Alltag gelassen beiseite schlägt.

Die Kunst bleibt jedoch, einen Nicht-Golfer davon zu überzeugen, dass Golfen ein wunderbarer Sport ist. Nehmt doch einfach eine Golf- Kennenlernstunde im Zillertal und schaut, was passiert. Vielleicht kommt ihr auf den Geschmack.

 

Philipp im See
Selfie im Golf cart

Facts Golfen Zillertal

Golf- Kennenlernstunde
60 Minuten Golfeinführung in der Gruppe inklusive Leihschläger und Übungsbälle.
Preis: 18,- Euro/Person

Golf-Schnupperkurs
Den Golfsport entdecken und auf die Platzreife vorbereitet werden an 2 oder 3 Tagen. Kursziele: Golfgrundschläge und Golfbegriffe kennen lernen. Inklusive Leihschläger, Übungsbälle, Rangefee, Golfstarterpaket mit Logobällen und Infomaterial. Kurszeiten: Montag bis Mittwoch und auf Anfrage von Freitag bis Sonntag.
Dauer 2 Tage. Preis: 155,- Euro/Person. 1 x 120 Minuten und 1 x 180 Minuten Unterricht
Dauer 3 Tage. Preis: 245,- Euro/Person. 1 x 120 Minuten und 2 x 180 Minuten Unterricht

Platzerlaubniskurs – ÖGV Platzreife
Dauer: 5 Tage. Preis: 439.- Euro/Person. Vorbereitung auf die Platzreife (Theorie und Praxis) + Prüfung nach den Bestimmungen des Österreichischen Golfverbandes (ÖGV).

Privatstunden
Golf-Pros David Bright (PGA Golflehrer)
Thomas Richert (Professional der PGA of Germany, Fully Qualified G1)

Golfplatz Uderns
•    Golfplatz des Jahres 2018
•    18-Loch-Meisterschaftsplatz
•    65 Ha Fläche
•    Übungsanlage mit überdachten Abschlägen und Kurzspielareal
•    Philosophie: „Golf darf nicht kompliziert sein, es muss Spaß machen.“
•    Hotel: Sportresidenz Zillertal ****S, direkt am Golfplatz

Kontakt
Golfclub Zillertal Uderns
Golfstraße 1
6271 Uderns
T. +43 (0) 5288 / 63000
M. info@golf-zillertal.at

 

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