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14.-16. Dezember 2018

Mauracher und Mohr

Geschichten rund um die Stille Nacht - Festhalle Fügen
Das Stück

Das Stück

14. + 15. + 16. Dezember 2018 - Festhalle Fügen

Josef Mohr, Hilfspfarrer zu Oberndorf schrieb 1816 das Gedicht Stille Nacht. 1818 sollte das Lied bei der Christmette in Oberndorf erstmals mit Orgelbegleitung aufgeführt werden. Das es dazu nicht kam und sich die Oberndorfer mit einer Gitarrenbegleitung zufriedengeben mussten lag daran, dass die Oberndorfer Orgel kaputt war und der damals weit über die Grenzen des Landes bekannte Fügener Orgelbauer Karl Mauracher, die Orgel nicht rechtzeitig zur Christmette reparieren konnte. Als er dann zu einem späteren Zeitpunkt nach Oberndorf kam, um die Orgel zu reparieren, kehrte er mit den Noten von Stille Nacht nach Fügen zurück. Seither ist das Lied untrennbar mit Fügen und dem Zillertal verbunden. 

Rund um das Bemühen des außergewöhnlichen Hilfspfarrers Josef Mohr, den begabten und erfolgreichen Fügener Orgelbauer Karl Mauracher nach Oberndorf zu holen rankt sich ein fiktiver Briefwechsel, der Einblick in das Leben zweier großer Persönlichkeiten gibt und uns eintauchen lässt in eine längst vergangene Zeit. 

Kritik der Kronen Zeitung Dezember 2016

"Dort, wo es sonst laut und zünftig hergeht, war es Freitag Abend ganz anders: In der Festhalle Fügen hielt mit Mauracher & Mohr ... nach einer Idee von Hakon Hirzenberger, Weihnacht Einzug und bezauberte durch Besinnung auf die Ursprünglichkeit der stillen Zeit."

 


Geschichte

Es ist bekannt, dass das Lied im Salzburgerischen Oberndorf vom Hilfspfarrer Joseph Mohr gedichtet , vom Dorflehrer und Organisten Franz Xaver Gruber vertont , und aufgrund einer kaputten Orgel am Heiligen Abend 1818 mit Gitarrenbegleitung gesungen wurde. Es wird allerdings kaum erwähnt, dass dieser notdürftigen Entstehungsgeschichte eine spektakuläre Verbreitungsgeschichte folgt. Diese Geschichte ist eine ganz und gar tirolerische. 

Als nämlich der Zillertaler Orgelbauer Karl Mauracher nach Oberndorf reiste, reparierte er dort nicht nur die kaputte Orgel, sondern brachte auch Melodie und Text der Stillen Nacht mit nach Fügen und gab sie den Rainersängern ; einer begnadeten Fügener Sängerfamilie. Sie nahmen das Lied in ihr Repertoire auf. Aus den ursprünglichen sechs Strophen machten die Rainersänger drei (aufgrund des protestantischen Deutschlands wurden die Marienstrophen ausgelassen) und das Lied war bald als ‚Tiroler Volkslied’ bekannt. Die Legende sagt, dass sie es schon 1822 hinter verschlossenen Vorhängen dem  Kaiser Franz I. und Zar Alexander I. im Schloss zu Fügen vorgetragen hätten. 

Sie wurden an den Zarenhof nach Russland eingeladen, weitere Einladungen – beispielsweise an das britische Königshaus – folgten. 

So tourten die Zillertaler Rainersänger mit Stille Nacht  um die Welt. 1839, hundert Jahre bevor die bis heute berühmteste österreichische singende Familie, die Trapp-Familie, auf Amerika-Tournee ging, reiste Ludwig Rainer mit seinen Sängern und Stille Nacht nach Amerika . Das Lied war nach Anfangsschwierigkeiten ein echter Schlager in den USA. Und der charakteristische vierstimmige Gesang aus Tirol beeinflusst bis heute die amerikanische Country- und Barbershop-Musik.  

Stille Nacht ist historisch betrachtet kein ‚Tiroler Volkslied’ im klassischen Sinne, aber es erzählt die Geschichte Tirols als Ort kreativer Verschmelzung, unbeirrbaren Mutes und einer Reiselust, die keine Grenzen kennt, wie kaum ein anderes Tiroler Lied.

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