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aus der Sicht eines Krampus

Wenn du nicht brav bist, kommt dich der Krampus holen

Diesen Satz hat wahrscheinlich jeder schon mal als Kind gehört. Brauch ist es nämlich schon lange, dass wir, die Krampusse, die bösen Geister des Winters vertreiben. Dafür versammeln wir uns in den sogenannten Teufelpässen und lassen das Brauchtum Jahr für Jahr aufleben. Bereits um kurz vor 5 fahren wir mit unserem Hänger Richtung Schauplatz, wo das Spektakel stattfinden wird. Dort angekommen breiten wir unsere neuen Larven und Felle aus. Ursprünglich wurden die meisten Larven aus Holz geschnitzt. Dank Patrick Schachinger haben wir dieses Jahr ganz spezielle Larven. Diese bestehen aus Hartplastik und sind mit einer Latexschicht überzogen. Somit sind unsere Larven weniger zerbrechlich. Viele Teufelgruppen kleiden sich mit dicken Fellen aus Schafs- oder Ziegenfell. Doch wir haben unsere von „Günslsn GiNk“ etwas außergewöhnlicher gestalten lassen. Unser Fell besteht zusätzlich aus Leder, bestückt mit vielen Details wie Ketten, Hörnern, Fuchsfellen oder Steinen. Die Requisiten liegen bereit und mit Hilfe unserer Helfer schlüpfen wir in die Felle und Larven.

In den Startlöchern bereit, warten wir bis die Gruppe vor uns fertig ist. Das Kreuz und der Kessel stehen in Position und die Holzruten sind einsatzbereit. Noch einmal sprechen wir uns kurz ab und dann ist es soweit: wir dürfen einlaufen. Die Musik fängt an zu spielen und wir ziehen gemeinsam in den Kreis ein. Mit der Rute und den Bengalen in der Hand tanzen und wüten wir. Mit Nebel und Musik untermauert breiten wir uns am Platz aus und vertreiben mit unserer Show die bösen Geister.

Die Zuschauer warten nur darauf, dass wir auch sie mit einbeziehen und den ein oder anderen in die Mangel nehmen. Das „Krampustratzen“ ist nämlich ebenfalls Brauch. Manche Zuschauer bekommen dann etwas von der Holzrute zu spüren. Wir laufen weiter entlang des Gitters, erschrecken einige Zuschauer und erfreuen uns ein wenig an ihren erschrockenen Gesichtern. Manche Schaulustige stellen sich dann gerne einer Mutprobe und gehen ganz nach vorne ans Gitter. Lange bleiben sie dort meist nicht, wenn sie die Rute zu spüren bekommen, aber ihr Mut zählt. Es wird sehr warm unter der Larve und der Rauch der Bengalen kitzelt in der Nase, aber wir genießen die Zeit auf dem Platz, denn es ist ja nur einmal im Jahr: die 5. Jahreszeit. Unsere Show ist fast vorbei und wir drehen nochmal richtig auf. Dann nehmen wir wieder das Kreuz und den Kessel und ziehen Richtung Ausgang.

Hinten angekommen nehmen wir unsere Larven ab und schlagen ein auf eine gelungene Show gefolgt von einem kurzen Lob unseres Obmannes Manuel. Das Equipment ist schnell aufgeräumt und bei kurzem Beisammensein wird uns klar, wie schnell dieser Lauf vorbei war. Wir stoßen mit einem kühlen Bier an und können den nächsten Teufellauf gar nicht erwarten. Zuerst geht es aber gemeinsam zur After-Show Party, wo mit den anderen „Teufelkollegen“ gefeiert wird.

Jedes Jahr spielen sich solche Teufelläufe in Tirol ab und vertreiben damit die bösen Wintergeister. Am 05.12., dem offiziellen Krampustag findet der letzte Lauf statt. Am 06.12. kommt dann traditionsgemäß der Nikolaus in Begleitung eines Teufels und beschenkt die Kinder mit kleinen Leckereien.

Damit endet auch diese Teufelsaison wieder und wir können die nächste kaum erwarten.



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