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Waldweg

Früchte, Beeren, Pilze, Wald

Was sich im Wald so alles findet

Ein Streifzug

Wurde der Mensch vom Jäger und Sammler nach der industriellen Revolution zum Supermarkt-Junkie, so kann man seit Anfang des 21. Jahrhunderts eine Trendwende erkennen. Oder selbst erleben. Wo? Im Wald. Der Vorteil? Es ist gratis und gesund für Körper, sowie Seele. Dreifach gemoppelt. Die smarten Leckerbissen, die man in den Zillertaler Wäldern findet, schlagen einen Großteil der Supermarktware nicht nur in puncto Frische und Regionalität. Sie sind außerdem nicht in Plastik verpackt und mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Ergo: Vitamine und Mineralstoffe in erstklassiger Naturgüte. Und das alles in Beeren, Pilzen und essbaren Bäumen. Ja, letztere gibt es wirklich.

Wilde Früchtchen.

Brombeere

Im Spätsommer und im Herbst ist die dunkelviolette Brombeere der King des Waldes. Aber auch die ein oder anderen Himbeere lässt sich noch finden. Die beiden Beeren gehören übrigens zu den sogenannten Rosengewächsen und sind eigentlich gar keine echten Beeren. Die Rubus fruticosus ist Ansammlung kleiner saftiger Steinfrüchte, von denen jede einen winzigen Samen enthält. In den kleinen Früchten steckt mehr Calcium als in allen anderen Beerensorten. Kalium, Magnesium, Kupfer, Beta-Carotin, Vitamin C und Flavonoiden (blaue Farbstoffe) schreibt die Brombeere auch auf ihren imaginären Beipackzettel. Lieblingsplätze des im Gegensatz zur Himbeere äußerst stacheligen Brombeerstrauches sind Schutthalden, lichte Waldungen, Kahlschläge, Wegböschungen und sonnige Abhänge. Und davon gibt es mehr als genug rund um Fügen und Kaltenbach.

Bärige Beere.

Wer kennt sie nicht, die Eberesche? Oder? In Tirol wird sie allerdings auch Vogelbeere genannt und ist - wie der Name schon andeutet - der Liebling der heimischen Singvögel. Im Herbst reifen die kugeligen Früchte in orange-roten Signalfarben. Vielleicht hält sich deswegen mancherorts immer noch hartnäckig das Gerücht, dass Vogelbeeren giftig sind. Das stimmt aber nicht ganz, denn die Früchte der Eberesche werden auf Grund ihres sehr hohen Vitamin C-Gehalts schon von unseren Groß-Großmüttern verarbeitet: Zu Marmelade und - natürlich - Edelbrand. Auch Schnaps genannt. Um aus den Beeren Marmelade zu machen, muss man die orangen Kügelchen erst "entbittern". Man setzt sie über Nacht in so viel kaltem Wasser an, dass sie bedeckt sind und gibt etwas Apfelessig hinzu. Erst am nächsten Tag wiegt man die Vogelbeeren ab und kocht sie mit Rohzucker zu Marmelade ein. Viel Zucker braucht man allerdings nicht: Wie die Preiselbeeren halten Vogelbeeren nämlich sehr gut. 

Vogelbeere

Eierschwammerl - die Pfifferlinge des Waldes. 

Eierschwammerln - eine Delikatesse hüben und drüben. Dort Pfifferlinge genannt, sind die Eierschwammerln im Zillertal eine Gaumenfreude, der kaum einer widerstehen kann. Wieso auch? Gibt es sie doch zuhauf in den Wäldern an den Hängen der Berge. Vorallem dort, wo es schön moosig ist, nicht zu dunkel und nicht zu trocken. Und: Eierschwammerln sind nicht gerne alleine. Wo eines ist, sind meistens auch die anderen. Aber nun zu den Fakten: Die Mehrzahl der Pilze - ca. 80 % - gehörten zu den sogenannten Ständerpilzen (Basidiomycota) wie etwa Steinpilze und die köstlichen Eierschwammerln. Bei den restlichen 20 Prozent handelte es sich um Schlauchpilze (Ascomycota) - dazu gehören Morcheln, Trüffeln sowie die fruchtkörperlosen Hefe- und Schimmelpilze. Erstere schauen zwar nicht so appetitlich aus wie die kleinen, gelben Pfifferlinge, sind aber mindestens so köstlich. Eierschwammerl sind außerdem auch noch sehr gesund: .Kalium für das Herz, Calcium für die Knochen, Magnesium, Phosphor und Vitamin D. Ein wahrer Tausendsassa, dieses Schwammerl. Der Haken an der Geschichte? Man muss sie im Wald zu finden. Und wem das zu anstrengend ist, besucht eines der Gasthäuser in Fügen oder Kaltenbach. Denn ein Spätsommer ohne Eierschwammerln wäre wie eine Vanilleeis ohne warmen Himbeeren. Oder Brombeeren. Eines von beiden Gerichten gibt es im Zillertal immer. 

Pifferlinge


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