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Spieljochbahn

einen Tag durchs Skigebiet

Meister der neuen Spieljochbahn

Seit Dezember 2017 schnurrt die neue Spieljochbahn nach einer Bauzeit von 280 Tagen von Fügen-Kaltenbach aufs Spieljoch. Neu sind neben der Bahn, der Tal-, Mittel- und Bergstation – auch eine Rodelbahn und Funslope für Kinder. Betriebsleiter Oliver Höllwarth führt mich einen Tag durchs Skigebiet und ins Herz der Bahn, in die Schaltzentrale.

Satt und zufrieden

„Oliver, wenne bringsch uns as Essen?“, tönt es aus dem Funkgerät. „Ich bin in 5 Minuten bei dir“, antwortet er und verrät mir: „Wenn die Arbeiter keinen Hunger haben und früh genug auf die Toilette gehen können, ist das die halbe Miete.“ Die Männer am Lift können nämlich nicht einfach kurz abhauen. Logisch. Ein Betriebsleiter liefert also Essen aus? Eigentlich nicht. Als Meister der neuen Spieljochbahn springt er aber ein, wo seine Hilfe gebraucht wird. Der Mann nennt sich selbst einen Hausmeister mit spezieller Verantwortung: Er kümmert sich um die Sicherheit der Fahrgäste und ist Anlaufstelle für jedes Problem. JEDES, wie ich später noch sehen werde. Ich treffe ihn auf der Bergstation der neuen Spieljochbahn die Sonne scheint und Tiefnebel liegt sanft über dem Inntal. „Weißt du, ich darf aus der Suppe von da unten herausfahren. Nicht jeder hat dieses Privileg“, lächelt Oliver.

Wir schnallen unsere Ski an und gönnen uns die ersten Schwünge zum Onkeljochlift. Mit dabei hat Oliver eine Essensbox, aus welcher der Duft von Schweinsbraten strömt – richtig unverschämt. Er begrüßt den Liftwart, der sofort nach dem Schweinsbraten greift und wechselt ein paar freundliche Worte mit ihm. Volksmusik läuft im Hintergrund.

Spieljochbahn Bergstation
Spieljochbahn Lift

Während Skifahrer noch schlafen

Wir schmeißen uns in die offenen Sessel und schwingen noch eine Weile nach. „Jeden Morgen checke ich als erstes das Wetter, die Schneelage und schaue, ob alle pünktlich erschienen sind“, erzählt der Fügner auf der Fahrt nach oben. Manche Kollegen müssen nämlich früher hinauf: Liftbetreuer oder das Hütten-Personal. Nach der üblichen Kontrolle werden 132 Gondeln eingehängt, die über Nacht in der Garage geparkt waren. Das dauert ca. 1 Stunde und 30 Minuten. „Bevor wir aufsperren, muss jede Piste einzeln abgefahren, überprüft und freigegeben werden. Erst dann dürfen unsere Gäste Ski fahren.“ So oder ähnlich beginnt ein typischer Arbeitstag auf der Spieljochbahn – Skifahrer liegen derweil noch im warmen Bett.

Wo Kinder glücklich sind

Im Onkeljochlift fahren wir immer noch gemächlich den Berg hinauf. Unter uns jubeln Kinder, die durch Schnecke, Tunnel und über die Kicker der Funslope flitzen. „Die Funslope wurde mit der neuen Bahn eröffnet“, schwärmt Oliver. In der Ersten Ferienregion im Zillertal am Spieljoch haben es Familien gut; vor allem im Gästekindergarten „Zwergerlclub“ auf der Bergstation, zu dem wir mit den Skiern vom Onkeljoch hinunterfahren. Die kleine Sabine spielt dort seelenruhig mit der Betreuerin; sie lacht, als wir mit Skischuhen hereintrampeln. Plötzlich donnert es aus dem Funkgerät: „Oliver, jemand ist auf der Rennstrecke gestürzt!“ Vermutlich hat sich jemand verletzt. Der Herr Betriebsleiter eilt hinaus. „Schau du dir inzwischen die Rodelbahn an“, sagt er noch. Weg ist er.

Funslope Spieljochbahn
Bergstation Spieljochbahn
Funny Slope Spieljoch
Zwergerl Club Spieljoch

Flott um die Kurve

Im Sportgeschäft auf der Bergstation hole ich mir einen fetzigen Leih-Schlitten, setze meinen Hut auf, ziehe meine Handschuhe an und stapfe zur Rodelbahn. Ich weiß schon, ein Helm wäre heutzutage Pflicht... Vor mir schlendert eine Karawane Rodler an den Start. Neben mir setzt sich ein älteres Ehepaar auf den Schlitten, das es gemütlich angeht. Hinter mir lachen und schreien vier Kinder, die mich sofort überholen. Die Rodelbahn ist in allen Kurven mit Holzplanken gesichert, auch ich flitze hinunter und hole die Kids ein. „Ätsch!“, rufe ich ihnen noch zu. 5,5 Kilometer sind lang, machen Spaß und nasse Füße. Von der Mittelstation surre ich mit den schwarzen Gondeln der Spieljochbahn wieder rauf zu Oliver, der schon gespannt auf mich wartet.

Selfie Rodelbahn
Ende der Rodelbahn am Spieljoch
Aufbruch zur Rodelbahn Spieljoch

Produktentwicklung und Notfälle

„Hat's dir gefallen?“, lacht er. „Sicher!“, entgegne ich. „War doch eine super Idee von mir, diese Erneuerung auf der Spieljochbahn“, ist er stolz. „Was?“, frage ich. „Na die Rodelbahn!“, murrt er. Mein Mund steht weit offen. Wieder etwas, das ich einem Betriebsleiter nicht zugeschrieben hätte: Ideen für Produktentwicklung. „Jetzt gehen wir essen“, freut sich Oliver. Wieder schnallen wir uns die Ski an, rauschen zur Geolsalm, setzen uns in die Sonne und lassen den Herrgott einen guten Mann sein. „Der Rennfahrer hat sich übrigens nur an der Hand verletzt“, berichtet Oliver und kneift in der hellen Sonne seine Augen zu. Verletzte abtransportieren ist Tagesgeschäft für die Mitarbeiter der Bergbahn, sofern es keine Bergrettung benötigt; die braucht es eher selten. Betriebsleiter kümmern sich also manchmal auch um Notfälle auf der Piste: Wir waren nämlich nahe am Unfallort. Klar, dass er sofort hinschaut.

Die Stimmung macht's

Wirtin Geli begrüßt Oliver voller Freude. „Hunger“, knurre ich. Sie serviert mir Kasspatzln, denen ich mich andächtig widme. Als der größte Hunger vorüber ist, wende ich mich wieder meinem Guide zu. Er war ohnedies beschäftigt: Hier ein wenig Small Talk mit den Gästen der Hütte, da ein Anruf oder ein Funkspruch. Ich will wissen, was die Herausforderungen eines Betriebsleiters sind. Oliver denkt nach, nimmt einen Schluck Kaffee. „Das Rad muss rund laufen“, wird er wieder ernst. Damit meint er weniger die Technik, sondern das, was zwischen den Mitarbeitern abläuft: „Die machen Stimmung, sind die Visitenkarte der Spieljochbahn und machen den Charme unseres Skigebietes aus.“ Oliver versucht der soziale Kitt des Personals zu sein, um das er sich liebevoll kümmert. Überall wo wir hinkommen, bleiben wir stehen. Er fragt nach ein paar privaten Sachen, unterhält sich kurz und regelt noch etwas. Ein Betriebsleiter kümmert sich also um Menschen.

Betriebsleiter Oliver Höllwarth
Wirtin Geli und Oliver
Dream Team Oliver, Markus und Hans

Im Herzen der Bahn

Kurz vor Betriebsschluss darf ich endlich ins Herz der Bahn, in die Schaltzentrale. Auf der Mittelstation gehen der Maschinist, Oliver und ich über eine steile Leiter hinauf zum Seil und zum 1,6-Megawatt-Motor, der wie ein Perpetuum mobile Gondel für Gondel nach oben schraubt. „Ziemlich leise“, finde ich. Olli schmunzelt. „Neben dem Motor der alten Bahn hast du kein Wort verstanden.“ Er beschreibt mir weitere technische Details vom Aggregat, dem Seil und der Bahn: „Wir stehen vor einem getriebelosen Synchronmotor, das ist ein Direktmotor mit 1,66 Megawatt und einem Mittelantrieb mit 2 Seilscheiben.“ Ich verstehe nur Bahnhof und 5-Uhr-Zug. Aber: Seine Augen funkeln und er will nicht aufhören, mir seine Leidenschaft zu vermitteln. „Weißt du Vil, wenn dich der Bergbahn-Virus erwischt, lässt er dich nicht mehr los.“ Ich wusste es, ein Betriebsleiter kümmert sich doch auch um die Technik.

Antrieb der Spieljochbahn
das Herz der Bahn

Die zwei Herren gehen in die Schaltzentrale und machen ein paar Einträge im Kontrollbuch. Ich sehe den Gondeln eine Weile zu, wie sie herausfahren und hereinkommen, fast schon meditativ. Als ich die Stiegen wieder runter komme, überfällt mich Oliver: „Jetzt zeige ich dir noch etwas!“, ist er aufgeregt. „Komm mit!“

Wir fahren ein letztes Mal hinauf auf die Bergstation und stellen uns auf die Terrasse des Seminarraumes. Der Nebel liegt noch immer über dem Inntal. Das Licht der Sonne färbt sich rot. Kein Skifahrer ist mehr auf der Piste. „Siehst du das?“, fragt er mich. Ich nicke. „Die Ruhe und Anmut des Ortes, an dem ich arbeiten darf?“ Ich nicke wieder. Wir schweigen eine Weile und ich sage leise danke.

Panorama Spieljoch

Fakten Spieljochbahn NEU

  •     Typ: 10er-Gondelbahn, Einseil-Umlaufbahn
  •     Talstation: 641 m, Mittelstation: 1.198 m, Bergstation: 1.865 m, Höhenunterschied: 1.212 m
  •     Geschwindigkeit: 6 m/sec
  •     Anzahl Kabinen: 132
  •     Seillänge: 8.400 m
  •     Bruchkraft: 2,9 kN
  •     Anzahl Stützen: 27
  •     Fahrzeit: 12 min bei 6 m/sec
  •     Firma: Leitner Ropeways
  •     Förderleistung: 3.000 Personen/h (Spieljochbahn alt: 1.500 Personen)
  •     Spieljochbahn alt: Baujahr 1989, 4er-Gondelbahn, Einseil-Umlaufbahn
  •     Die Spieljochbahn bildet die Grundlage für die geplante Peak-to-Peak‘-Bahn bis 2020 zur Verbindung der Skigebiete Spieljoch und Hochzillertal. Abstand zum Talboden: bis zu 1.000 m
  •     Das Herz der Bahn: getriebeloser Synchronmotor (Direktmotor) mit 1,66 Megawatt und Mittelantrieb mit 2 Seilscheiben

Neu im Skigebiet Spieljoch

  •     Rodelbahn: 5,5 km, Start: Bergstation, Ziel: Mittelstation
  •     Funslope: Snow Park und Fun Line als Spielwiese im Schnee für Kinder mit Schnecke, Kicker (Jump/Ramp), Boxen, Tunnel, Waves (Wellenbahn),
  •     Schneekanonen: doppelte Anzahl
  •     Rennstrecke für Training und Rennen
  •     Gipfelsieg: Winterwanderweg von der Bergstation aufs Spieljoch

Infos Skigebiet Spieljoch

  •     Familienskigebiet mit Gästekindergarten „Zwergerlclub“, auf der Bergstation der Spieljochbahn
  •     Talort: Fügen im Zillertal
  •     Längste beschneite Talabfahrt im Zillertal
  •     25 Pistenkilometer (Zillertal: 179 Liftanlagen, 515 Pistenkilometer, Zillertaler Superskipass ab zwei Tagen)
  •     Snowboarder sind happy: wenig Ziehwege, keine Abfahrten mit Gegenanstieg, einige Freeride-/Tiefschneegebiete
  •     Gratis Skibusse in der ganzen Region
  •     Shuttlebus zwischen Panoramabahn Geols + Skigebiet Hochfügen / Hochzillertal
  •     Skiverleihstationen direkt an der Talstation

Gastronomie

  •     Gourmetrestaurant auf der Bergstation
  •     Pizzeria am Sonnendeck
  •     Skihütte
  •     Geolsalm
  •     Kohleralmhof – Mittelstation
  •     Wesp´n Nest
  •     Sonnberg

Weitere Infos: www.spieljochbahn.at

 



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