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Skitag in Hochfügen im Zillertal

Besser geht's nicht

Ein perfekter Skitag

Der perfekte Tag ist ein Mindset, würden die Psychologen sagen. Man muss nur daran glauben. Ein perfekter Tag ist die Kombination aus Ski und Sonne, würden die Tiroler sagen. Mein perfekter Tag im Skigebiet Hochzillertal - Hochfügen ist ein Mix aus allem.

07.30 - Tagwache.
Ich blinzle mit verschlafenen Augen durch einen Spalt der Vorhänge. Nebel. Dichter, zäher Nebel. Meine Vorfreude auf den Tag sinkt rapide ab. Nicht mal der Kaffee an der Tanke auf dem Weg durch das Inntal hebt meine Laune. Natürlich ist mir als Bergbewohnerin „Hochnebel“ ein Begriff, allerdings fällt es gerade äußerst schwer, daran zu glauben, dass die zähe, graue Suppe oberhalb von 1000 Metern dem Sonnenschein weichen sollte. In der Gondel auf dem Weg von Kaltenbach in das Skigebiet Hochzillertal werde ich eines Besseren belehrt: Beinahe exakt auf Höhe 1000 weicht der Nebel strahlendem Sonnenschein, meine schlechte Laune weicht sonniger Vorfreude.

Von Kaltenbach aus dem Nebel in sonnige Höhen: Auf dem Weg in das Skigebiet Hochzillertal.

 

09:11 - Morgenstund’ hat Gold im Mund.
So ganz will ich es noch nicht glauben. Aber die Sonne schickt gleißende Strahlen auf die schneeweiße Piste. Ich gleite über die feinen Rillen, die der Ratrack am frühen Morgen auf der Piste hinterlassen hat und beginne zu begreifen, dass das erst der Anfang eines perfekten Tages ist. Bei der Fahrt mit dem 8er Schnee-Express wird das anfängliche Gefühl zur Gewissheit: Menschenleere, frisch präparierte Pisten und dazwischen einzelne Tiefschnee-Abschnitte, die nur darauf warten, dass man erste Spuren zieht. Hach, ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal mit so viel Berg und Schnee konfrontiert worden war.

Perfekte Schneeverhältnisse, ewig weite Aussicht und das Gefühl von besonderem Glück oberhalb des Nebels den Tag zu verbringen
Der Sonne entgegen mit dem "heißen 8er" in Richtung Kristallhütte.
Tiefschnee in Hochzillertal - vom Staunen und Freeriden.

 

09: 43 - Skifahren ist das leiwandste.
Geräuschlos schneiden die Kanten eine Linie in den Schnee. Im Rücken ragt das Wetterkreuz windschützend empor. Ich biege auf dem Weg zur Talstation des „Heißen 8er“ in eine unpräparierte Piste ein: Pulverschnee bis zum Knie. Man könnte fast sagen: Champagne Powder. Meine Ski pflügen mit Auftrieb über den Schnee. Ich juchze vor Freude. Ist das das Paradies? Keine unberechtigte Frage an diesem Dezembermorgen. Die Pisten im Skigebiet Hochzillertal sind nicht zu flach und nicht zu steil. Der perfekte Mix um jedem sein Skivergnügen zu sichern.

Liftbetriebe im Skigebiet Hochzillertal im Zillertal im Skiurlaub im Winter

 

11:12 - Stille Einkehr.
Eins sei vorweggesagt: Die Kristallhütte glitzert innen und außen. Nicht nur wortwörtlich, Hüttencharme und Service verbinden sich zu einem einmaligen Bergerlebnis. Und dann auch noch diese Aussicht: Bei einem (oder zwei) Hütten-eigenen Prosecchi öffnet sich das Herz Richtung Alpenhauptkamm und den mächtigen Bergspitzen, allen voran der Hochfeiler mit seinen 3.500 Metern. Männer dürfen natürlich auch Bier trinken. Allerdings sei eines verraten: Die Kristallhütte hat einen der höchst gelegensten Weinkeller Österreichs... Aber das würde mich in diesem Moment nur vom Skifahren abhalten und immerhin gilt es noch etliche Pistenkilometer bis in das Skigebiet Hochfügen zu bewältigen.

Kristallhütte Hochzillertal im Zillertal im Winterurlaub

 

12:36 - Am schmalen Grad.
Seit fast 15 Jahren gibt es nun schon eine Verbindung von Hochzillertal nach Hochfügen - per Piste und per Lift über den Gedrechter-Sattel in das Grubachtal zum Wedelexpress. Und ja, Hochzillertal ist das perfekte Intro auf das was heute noch folgen würde: Das Skigebiet Hochfügen ist wirklich ein Freerider-Paradies. Es ist schon früher Nachmittag und der Nordhang zwischen Hüttenkogel und Marchkopf ist in Sonne getaucht. Von der Bergstation des Wedelexpresses, der direkt an der Bergstation des Zillertal Shuttles grenzt, wählt man diverse Freeriderouten hinunter in das Tal. Achtung: Man befindet sich hier abseits der Piste im freien Gelände, ohne entsprechende Kenntnisse und Ausrüstung, sollte man hier nicht Superhero spielen. Ein LVS-Checkpoint befindet sich direkt am Ausstieg des Zillertal Shuttles.

14:09 - Pulverfreuden.

Für mich geht es zuerst ein Stück rechts die Piste hinunter, ehe ich mich in den Pulver schwinge. Der Versuch die Emotion und das Bild vor Augen niederzuschreiben, hinkt ganz sicherlich den Realitäten hinter her. Die Kombination aus flachen und steileren Hängen vorbei an der Holzalm-Hochleger strengt zwar an, aber die Vorfreude auf jeden weiteren Hang kombiniert mit der unglaublichen Präsenz der Berge und dem Gefühl, alles für sich ganz alleine zu haben, spornt mehr an, als Worte es ausdrücken können. Am Talboden dominiert der Gedanke: „Nochmal!“.

Ein perfekter Tag im Freeride Paradies Skigebiet Hochfügen im Zillertal
Die Sonne scheint im Skigebiet in Hochfügen im Zillertal

15:23 - Almdudler.
Mit dem 8er-Jet geht es für mich nun aber auf den Pfaffenbühel und von dort direkt auf die Sonnenterrasse der 8er Alm. Einen Almdudler habe ich mir nach diesen „Freeride-Strapatzen“ wahrlich verdient. Mein Blick richtet sich auf die sogenannte „Ostwand“, ein Konglomerat aus mehreren kleinen Gipfeln als Verbindung zwischen dem Pfaffenbühel und dem Gilfert. Hier findet alljährlich das 4* Freeride World Qualifier Tour Big Mountain statt, die dem Skigebiet die Freeride-Krone aufsetzt. Mit einem Blick auf die Uhr heißt es jedoch nun im schnellsten Carving-Stil zurück zu meinem morgendlichen Ausgangspunkt zu fahren - mit dem Zillertal-Shuttel über die Piste vorbei an der Wedelhütte und dem 4er Top Jet zurück in das Skigebiet Hochzillertal. Hier verabschiedet sich die Sonne schon hinter den Bergen - in dem Moment, in dem ich an der Zentralstation in die Gondel zurück ins Tal steige. Was für ein perfekter Tag.

 

8er Alm im Skigebiet Hochfügen im Winterurlaub im Zillertal

Fotos: Kristina Erhard / G'spür.



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